Archiv für November 2009

Abschied in den Zwangsurlaub (und eine kleine “Bombe” als Abschiedsgeschenk)

Montag, 30. November 2009
heute ist also (vorerst?) mein letzter Tag in der Abrissbude. Das Stadion wird ja renoviert, und die Abrissbirne ist unserem Büro schon bedrohlich nahe gekommen. Mal sehen , ob ich im Januar noch einmal hierhin zurückkomme oder nicht.
Im Moment ist es noch ruhig, aber ich habe schon eine schriftliche Bombe ins Büro der Direktorin gereicht. Noch ist aber nichts passiert, da sie noch in einer Besprechung ist. Die Bombe ist nämlich der Rausschmiss gleich dreier Läufer aus dem Marathonprogramm. (weiterlesen…)

Für eine Handvoll Dollar oder: den Trainer in die Wüste schicken?

Freitag, 27. November 2009
Tja, will man mich in die Wüste schicken? Siehe gestern? Lustigerweise hatten die Direktorin und ich vor gut einem Monat ein längeres Gespräch. Da ging es um die undisziplinierten Läufer. Von wegen Trainingspläne missachten, keine e-mails schreiben oder sich nicht melden, lauter solche Dinge. Dann meinte die Direktorin, man müsste einen Trainer aus dem Ausland verpflichten, der in Huancayo, dort wo die meisten Langstreckler zu Hause sind, leben würde und dort die Läufer trainiere. Ja, habe ich gesagt, die Idee klingt gut. Doch der Sportbund hat doch gar nicht das Geld dazu, deshalb sei es überflüssig, an so etwas zu denken. Haha, da hatte ich ihr aber auf den nicht vorhandenen Schlips getreten. Mit rollenden Augen stieß sie hervor: “Wenn wir uns für 7000 Dollar einen Trainer für die Volleyball-Nationalmannschaft leisten können, dann haben wir auch 2000 Dollar für einen Leichtathletiktrainer.” Rumms, das saß, und mir fiel die Kinnlade runter. (weiterlesen…)

10000m Wettkampf zur “Auflockerung”? So wird das nichts! Ich bin sauer!

Donnerstag, 26. November 2009
Ich habe noch immer einen dicken Hals! Das hat natürlich seinen Hauptgrund im selbstverschuldeten schlechten Abschneiden einiger Läufer bei den Juegos Bolivarianos. Denn schon am vorigen Samstag bekam ich zwei e-mails von Julia Rivera und Constantino León, dass sie dazu bestimmt worden seien, am Montag noch einen 5000 bzw. 10000 Meter Wettkampf auf der Bahn auszutragen. Natürlich habe ich das dem Präsidenten und seinem Cheftrainer in die Schuhe geschoben. Heute hat mich allerdings die Direktorin aufgeklärt, dass sie am Montagnachmittag in Bolivien angerufen habe. Dabei hätten dann die Läufer gesagt, ja sie wollten die Wettkämpfe bestreiten, angeblich um sich aufzulockern!
Da breche ich zusammen! Ich hatte denen schon am Samstag verboten, an den Wettkämpfen am Montag teilzunehmen, da die Regenerationszeit bis zum Halbmarathon am Donnerstag viel zu kurz sei. Doch die haben meine Warnungen in den Wind geschlagen, (weiterlesen…)

Alle Läufer in Bolivien – und kein Weihnachtsgebäck für mich!

Donnerstag, 26. November 2009
Ich sitze hier nur rum, praktisch Däumchen drehend. Alle relevanten Läufer sind bei den Juegos Bolivarianos, und ich nicht. Ich versuche schon dauernd auf der offiziellen Webseite Einblick zu gewinnen, doch manchmal kommen die Updates erst Stunden später. Ätzend. Für mich ist das jedenfalls frustrierend im Büro zu sitzen, und nichts tun zu können. Na ja, ich versuche per e-mail Anweisungen zu geben, doch ob das dort auch ankommt weiß ich nicht. Morgen steht noch der Halbmarathon- Wettbewerb auf dem Programm, und dann sind die Spiele auch schon wieder vorbei.
Beim Halbmarathon hoffe ich natürlich auf Siege, (weiterlesen…)

Volkslauf in Peru: Vorsicht, Abkürzung! – “Teichwiesen-Sammeln” jetzt auch in Bolivien?

Sonntag, 22. November 2009
Was mache ich hier in Lima eigentlich, wenn ich zum Lauftreff will? So etwas gibt es hier nicht, aber inzwischen gibt es neben dem berühmten Peru Runners Club auch noch einige andere Vereine. Hier laufen die Leute wie die Verrückten jeden Morgen noch vor Sonnenaufgang durch die Gegend. Ganz erschreckend für Spätaufsteher! Haha. Bei Volksläufen ist das Niveau echt hoch, und hier würde mancher, der in Hamburg in seiner Altersklasse weit vorne ist, oft ziemlich abgehängt. Die kennen hier nämlich Abkürzungen. Da hast du keine Chance! Hier wird auf Teufel komm raus gemogelt. Ich habe das mal vor Jahren erlebt bei einem 15 km Rennen: (weiterlesen…)

Juegos Bolivarianos – mir geht’s gut, aber der peruanischen Mannschaft…?

Samstag, 21. November 2009
Vor kurzem erst bin ich wieder vom Doktor zurückgekommen. Na ja, nicht direkt Doktor sondern Doktoren. Ich war in einem Labor, Siuza Lab, und bin dort auf Herz und Nieren geprüft worden. Blutabnahme, EKG und Belastungsdiagramm inklusive. Ich musste da auf einem Laufband erst mal gehen. Bei 2,9 km/h mit 10% Steigung. Nach 18 Minuten, 8,8 km/h und 20% Steigung hat die Ärztin dann Schluss gemacht. Die hatte wohl keine Lust mehr, denn sie hatte mich schon vorher drei Mal gefragt ob ich noch könne. Ich habe sie dann angegrinst, und gemeint, ja es geht noch. Das hat sie wohl etwas irritiert. (weiterlesen…)

Punktgenaue Organisation! – Et hätt noch immer jot jejange!

Donnerstag, 19. November 2009
Heute morgen ist auch die Leichtathletikdelegation Richtung Bolivien entschwunden, vermute ich mal. Denn gestern nachmittag bekam ich folgenden Anruf von Constantino Leon, der den Halbmarathon am 26. November laufen wird: ”Weißt du wann wir fliegen?” Das wusste ich nicht, denn das wird ja alles vom Leichtathletikverband gesteuert. Deshalb musste ich erst einmal im Büro rumfragen, ob jemand wisse, wann der Flug abgehe? Nach einer guten halben Stunde hatte ich es geschafft. Bei einem weiteren Anruf von Constantino konnte ich ihm dann verkünden, dass die Maschine heute morgen um 9 Uhr Richtung Bolivien abfliegen werde.
Dann habe ich noch im Büro rumgefragt, wie kommen die ganzen Leute denn zum Flughafen? Schulterzucken. (weiterlesen…)

Keine Kantine in Lima!

Mittwoch, 18. November 2009

Was gibt’s hier in Lima eigentlich bei meiner Trainer- Arbeit so zu essen? Eine richtige Kantine womöglich? Nee, seid Ihr des Wahnsinns, eine Kantine, hier, nee, das wäre dann doch zuviel des Guten. Hier kommt so um die Mittagszeit eine junge Frau vorbei mit in Styropor abgepacktem Essen, und man darf sich auswählen, was man haben möchte. Von den zwei zur Verfügung stehenden Gerichten, die immer Fleisch enthalten, obwohl ich mir immer Essen ohne Fleisch bestelle! Auch gestern wieder, (weiterlesen…)

Trist, trist, trist! Bolivarianos- Spiele ohne mich! Odesur-Spiele ohne Marathon!

Mittwoch, 18. November 2009
Wie ist eigentlich Euer Arbeitsleben so? Hmm, Schnittchen mit Käse oder geräucherter Lachs, ein paar leckere Gewürzgurken dazu, womöglich noch ein zischendes Bierchen in der anderen Hand, so stell’ ich mir das vor! Hier ist natürlich alles anders. Trist, Trist, Trist! Lima geht mir einfach auf den Sack!
Auf mein Arbeitsleben bezogen, ist es hier ziemlich ruhig. Sozusagen die Ruhe vor dem Sturm. Morgen reisen die Athleten aus den Provinzen an, um dann Richtung Bolivien und den Bolivarianosspielen zu entschwinden. Da kann oder darf ich ja leider nicht mit. Dafür habe ich mich dran gegeben, Trainingspläne für das kommende Jahr zu schreiben.
Da gab es für mich gestern auch eine Überraschung. (weiterlesen…)

Einen Sack Flöhe hüten oder Wer trainiert hier wen?

Samstag, 14. November 2009
Die ganze Woche war recht ruhig. Erst gestern hatte ich ein Gespräch mit der Direktorin des Sportbundes. Da wurde es etwas interessanter. Die hat seit Wochen keine Zeit für mich gehabt. Na ja, ich war ja auch weg, sie vorher in Mexiko. Sie meinte, sie habe gar nicht gewusst, dass ich nach New York fliege. Ich meinte daraufhin nur lapidar, sie sei ja nie da. Inzwischen beschränkt sich unsere “Konversation” zumeist auf ein beschriebenes Stück Papier, wo ich ihr dann erkläre, was zur Zeit im Training der einzelnen Läufer los ist.
Lustigerweise weiß ich das bei einigen überhaupt nicht. Die haben einfach den Kontakt völlig eingestellt, (weiterlesen…)