Archiv für die Kategorie „New York City Marathon“

Marathontempolauf am Sonntag

Sonntag, 9. Oktober 2011

Heute hatte ich einen 35km Marathontempolauf auf dem Programm. Da ich aber einen je 2km langen Hin- und Rückweg habe, und den natürlich ebenfalls laufe, habe ich den eigentlichen Lauf um 4km verkürzt, um am Ende nicht 39km gelaufen zu sein.

So habe ich also nur einen 31km langen Marathontempolauf hinter mich gebracht. Eines vorweg: Ich bin in besserer Form als ich gedacht hätte! Auf Meereshöhe umgerechnet, bin ich einen Kilometerschnitt von 4:11 Minuten gelaufen, und das ziemlich locker in 2:09:56 Stunden. Die echte Zeit hier in der Höhe auf gut 2900 Metern war 2:17:44, da aber der Unterschied zur Meereshöhe bei 15 Sekunden pro Kilometer liegt, darf ich 7:45 Minuten abziehen.

Das Lustige am Lauf war, dass ich mein schneller als geplantes Tempo eigentlich einem Versehen zu verdanken habe. Denn ich hatte mir vorgenommen, den Kilometer in 4:15 zu laufen. Hochgerechnet reicht das, um einen Marathon in 2:59 zu laufen. Eine Runde im Park, wo ich laufe, ist 3850 lang. Umgerechnet bedeutet das also für einen 4:15er Schnitt insgesamt 17:20 Minuten pro Runde. Als ich die erste Runde hinter mir hatte, schaute ich kurz auf die Uhr, und ich weiß nicht ob ich durch die Sonne geblendet war oder was auch immer mein Sehvermögen beeinflusst hat, jedenfalls las ich irgendwas mit 17:50 Minuten. Also viel zu langsam, so dachte ich. Deshalb gab ich auf der zweiten Runde etwas mehr Gas, und ließ mich gerade auf dem etwa einem Kilometer langen Bergaufstück von einem anderen Läufer ”ziehen”, der mich kurz vor dem Ende der ersten Runde überholt hatte. Tja, am Ende der zweiten Runde schaute ich etwas genauer hin. Da stand nun eine 16:36. Das war natürlich viel zu schnell. Deshalb nahm ich wieder etwas Gas raus. Die dritte Runde lief ich dann in 16:53 Minuten, und weil das sich so locker anfühlte, habe ich nicht weiter das Tempo rausgenommen, sondern die nächsten beiden Runden fast genauso schnell gelaufen. Dann hatte ich allerdings etwas Magenprobleme, aufgrund der erstmals seit langer Zeit wieder benutzten Energiegels, so dass ich auf einmal nur noch 17:25 beziehungsweise 17:27 Minuten pro Runde lief. Die 8. Runde ging es wieder etwas besser, und ich lief dann noch 17:15 Minuten, bevor ich die letzten 200 Meter bis hin zu km 31 locker in 1 Minute auslief.

Damit war und bin ich natürlich sehr zufrieden, doch was das für New York in vier Wochen bedeutet, das weiß ich noch nicht. Denn ich vermag nicht abzuschätzen, wie sich meine Umstellung von fast 3000 Meter Höhe praktisch auf Meeresspiegel vollziehen wird. Ich hoffe natürlich gut, aber da ich das noch nie gemacht habe, bin ich vollkommen im unklaren darüber, was passieren wird. Deshalb will auch keine Vorhersagen machen, und das Rennen einfach auf mich zukommen lassen.

Übrigens habe ich die Startnummer 11009. Dass ich eine so hohe Startnummer habe, ist meinem NYC Marathon vor zwei Jahren zu “verdanken”, den ich praktisch ohne Training absolviert habe. Dadurch bin ich eigentlich nur getrabt, hatte sogar noch einen Toilettenaufenthalt nach knapp 15km, und kam deshalb nur auf 3:50 Stunden. Zwar hatte ich bei der Anmeldung angedeutet, dass ich ein Zeitziel von 3:10 Stunden hätte, doch die haben mich wahrscheinlich ausgelacht, als sie das nach einem 3:50er Ergebnis gelesen haben. Tja, die wissen nicht, wie ich trainiert habe. Zwar bin ich noch in der ersten (blauen) Welle, aber im letzten Abschnitt. Wer weiß, wozu es gut ist. Vielleicht ist es auch ein Vorteil, dass ich gerade zu Anfang wohl nicht allzu schnell laufen kann. Das hatte ich auch schon einmal 2003 in Berlin, als ich noch kein vorheriges Berlin-Ergebnis hatte, und deshalb ziemlich weit zurückgestuft wurde. Die ersten 10km hatte ich kaum Platz und erst danach wurde es besser, und ich lief meine beste Zwischenzeit damals zwischen 35 und 40km.  Wenn das dieses Mal in New York auch so wäre, hätte ich eigentlich nichts dagegen. Denn mit diesem Endspurt sicherte ich mir nämlich den ersten Sub 3 Stunden Marathon.

Jetzt fehlen also noch vier Wochen bis New York. Die werde ich noch nutzen, um mir den letzten Feinschliff zu verpassen. Wenn ich weiterhin von Verletzungen verschont bleibe, dann wird mit Sicherheit eine richtig gute Zeit für einen alten Mann wie mich herausspringen.

viele Grüße aus Quito, Gerd

Fragen an die Stars des New York Marathons

Donnerstag, 29. September 2011

Seit ein paar Tagen bin ich mit der Berichterstattung des New York Marathons für das Spiridon Laufmagazins beauftragt worden. Gerade in der Woche zuvor werde ich mehrere Interviews mit verschiedenen Spitzenläufern führen. Dabei ist mir folgende Idee gekommen: Was haltet ihr davon, wenn ihr mir einige Fragen für die Stars zuschickt, die euch interessieren? Das kann was sportliches sein, aber auch rund um die Person. Egal was, denkt euch was.

viele Grüsse, Gerd

 

Mehr Stars für den New York Marathon!!!

Donnerstag, 29. September 2011

Wie ich schon vor ein paar Tagen in meinem Beitrag “Berichterstattung vom New York Marathon” gemunkelt habe, hat sich Renndirektorin Mary Wittenberg gleich mit mehreren Spitzenläufern auf einen Start beim größten Marathon der Welt geeinigt. Das Elitefeld für den Marathon in New York am 6. November ist tatsächlich weiter aufgewertet worden. Die Boston-Sieger Geoffrey Mutai, der im April dieses Jahres die sagenhafte Zeit von 2:03:02 Stunden erzielt hatte, und Caroline Kilel sowie London-Gewinnerin Mary Keitany (alle Kenia) haben ihren Start zugesagt. Wie ihr sicher alle wisst, ist die Zeit von Mutai zwar die schnellste jemals erzielte Marathonzeit, kann aber nicht als Weltrekord gewertet werden. Denn der Kurs in Boston hat gleich zwei Besonderheiten, die nicht den Regeln des Internationalen Leichtathletikverbandes entsprechen. Die erste Regel besagt, dass ein Rekord nur auf einem Rundkurs gelaufen werden kann, und nicht wie in Boston auf einem Punkt zu Punkt Kurs. Darüber hinaus darf auch das Ziel nicht erheblich niedriger liegen als der Start, und das ist in Boston leider der Fall. Dennoch bin ich der Meinung, dass diese Regelung speziell in Anbetracht des hügeligen Kurses in Boston eigentlich nicht angebracht ist. Ich bin schon selbst in Boston gelaufen, und wie ihr alle wisst, die Zeit, die man bergauf verliert, kann man bergab nicht mehr aufholen. Auf der anderen Seite herrschten gerade an diesem Tag spezielle Windbedingungen, die es den Läufern ganz vorne ermöglichte den Rückenwind sehr gut für sich auszunutzen. In amerikanischen Foren habe ich erfahren, dass für das Gros der Teilnehmer der Rückenwind keine große Rolle spielte, eben durch den großen Pulk der Läufer. In New York werde ich Mutai mal fragen, was er glaubt, wieviel Zeit er durch den Rückenwind gewonnen hat.

viele Grüsse, Gerd

Berichterstattung vom New York Marathon

Montag, 26. September 2011

Heute gab es gute Nachrichten: Nach einjähriger Pause (selbst verschuldet) werde ich wieder die Berichterstattung für das Laufmagazin Spiridon rund um den New York Marathon übernehmen (zum insgesamt 8. Mal). Da ich aber so viele Infos bekomme werde, gerade im Vorfeld des Marathons, die gar nicht alle in Spiridon veröffentlicht werden können, werde ich natürlich auch ausführlich hier in meinem Blog berichten. Da werdet ihr hautnah die neuesten Interviews und Fotos von den Favoriten für den Gesamtsieg nachlesen – bzw. nachschauen können. Haha, vielleicht bin ich auch mit auf dem Bild! Lasst euch überraschen, was ich in ein paar Wochen so alles auf die Beine stellen werde. (weiterlesen …)

Haile läuft wieder!!!

Montag, 15. November 2010
Ich hatte es doch vorausgesagt, und nun auch offensichtlich Recht behalten. Denn diese Meldung ist noch brandheiß.
Marathon-Weltrekordler Haile Gebrselassie hat seinen Rücktritt vom Rücktritt erklärt und den Start bei den Olympischen Spielen 2012 in London als großes Ziel ausgegeben. Das erklärte der 37-Jährige nach Angaben (weiterlesen …)

NCYM 2010 Nachlese – Geschichte des Laufsports

Dienstag, 9. November 2010
Zuerst einmal – während dieser hektischen Woche vor und während des Rennens in New York habe ich mich manchmal gefragt: gibt es ein Leben nach dem Marathon, nach dem größten Marathon der Welt im Big Apple. Diese Show ist einzigartig, und wenn diese Strecke nicht so schwer wäre und schon manchen gegen die berühmt- berüchtigte (weiterlesen …)

New York: Gebremariam siegt beim Debütantenball

Montag, 8. November 2010

Nach so viel über Haile nun auch noch mal was über den tatsächlichen Sieger!

Besser kann ein Debütantenball kaum laufen. Bei den Frauen Platz zwei und drei, bei den Männern gar ein erster Platz. Ein strahlender Gebre Gebremariam saß nach seinem ebenso überraschenden wie hochverdienten Sieg beim 41. New York Marathon lorbeerbekranzt und goldmedaillenbehangen auf seinem Stuhl, und lauschte den Fragen der Journalisten. Ganz im Gegensatz zu den meisten Äthiopiern braucht Gebremariam keinen Dolmetscher. Er ist (weiterlesen …)

Rücktritt von Haile mit Erklärung

Montag, 8. November 2010
Hier ist ein längeres Statement von Mary Wittenberg, der Renndirektorin, die von der Verletzung im Vorfeld wusste und auch mit zum Doktor war, der Gebreselassie untersuchte.
“Haile hatte hart trainiert, und sein Training lief hervorragend, doch er hatte leichte Schmerzen, ich weiß es nicht genau, doch da haben wohl seine Knieprobleme begonnen. Er unterrichtete mich von seiner Verletzung am Donnerstag, nachdem er angekommen war. Am Freitag bat er darum, einen Arzt aufzusuchen. Das haben (weiterlesen …)

New York Marathon: Edison Pena schafft es bis ins Ziel!!

Montag, 8. November 2010
Während Haile Gebreselassie verletzt aufgeben musste, biss sich Edison Pena trotz heftiger Knieprobleme und Krämpfe durch. Während er für die erste Hälfte noch respektable zwei Stunden und sieben Minuten benötigte, musste er später mit heftigen Knieschmerzen (weiterlesen …)

Hailes Rücktritts-Pressekonferenz

Montag, 8. November 2010

Hier meine Übersetzung!

“Heute hier zu sein, ich bin ein bisschen enttäuscht, enttäuscht von mir selbst. Als ich hierher kam, habe ich mir gesagt: es ist nicht so schlimm. Ok, die Dinge sind passiert, ich kann es nicht mehr ändern. Es gibt eine Sache, die ich euch sagen will: Ich bin etwas glücklich. Wenn ich das jetzt verkünde, wird vielleicht jeder umgehauen. Ich will mich nicht mehr beklagen, was bedeutet: es ist besser hier aufzuhören.
Ich habe wirklich sehr hart trainiert, um dieses Rennen zu gewinnen. Es hat nicht funktioniert. Das nächste Mal komme ich mit dem gleichen Problem, und beklage mich wieder und (weiterlesen …)