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Ich fühle mich im Moment etwas durch den Wolf gedreht. Zuallererst fehlen mir ein paar Stunden Schlaf. Habe gerade versucht, einen späten Mittagsschlaf einzulegen, aber ist nicht viel draus geworden. Keine Ruhe, Telefonklingeln, wie das halt so ist.
Gestern bin ich im Park gelaufen. Eigentlich wollte ich 3x3km Schwellentempo laufen, aber nachdem ich die ersten 1000 Meter gleich neun Sekunden zu schnell war, habe ich mich dafür entschieden, meinen Tempolauf abzubrechen. Denn das wäre wohl nicht gut geendet. Sicher hätte ich die nächsten zwei Kilometer “austrudeln” können, aber das ist ja nicht der Sinn eines Tempolaufs. So bin ich dann 400 Meter getrabt, und habe dann 6×400 Meter mit 300 Meter Trab, und noch 4×200 Meter mit 200 Meter Pause drangehängt. Das lief zwar besser, aber irgendwie hatte ich richtig schwere Beine, und ich musste mich echt zwingen die Einheiten durchzuziehen. Ich hatte das Gefühl, schon nach den zweiten oder dritten 400 Metern heimgehen zu wollen. Da würde mir natürlich ein Laufpartner echt helfen. Das habe ich ja auch bei meinen Tips geschrieben, was Normalsterbliche von Kenianern lernen können.
Heute wollte ich dann einen lockeren Regenerationslauf machen. Auf den ersten hundert Metern fühlte ich dann im linken Knie keinen Schmerz, aber ich hatte ein komisches Gefühl da drin, so als wollte es sich zu einem Schmerz ausweiten. So bin ich dann zur Probe erst einmal ganz langsam losgelaufen. Nachdem ich mal warm war, spürte ich nichts weiter im Knie, doch ich lief vorsichtshalber erst einmal weiter. An der oberen Meeresstraße angekommen lief ich nach Barranca. Dort suchte und fand ich ein kleines Stadion, das im vergangenen Jahr eine nach Berliner Vorbild blaue Tartanbahn erhalten hat. Ich wollte immer schon mal hin, aber irgendwie habe ich mich nie intensiv darum gekümmert. Jetzt bin ich es aber einfach satt, meine Intervalle immer im Park zu laufen. Nichts gegen die Rollstuhlfahrer oder Fußgänger, aber auf die Dauer geht das ja nicht gut. Das kostet mich zwar zwei Soles Eintritt, aber dafür habe ich dann eine tolle Tartanbahn zur Verfügung. Bin mal gespannt, ob da noch viele andere Läufer unterwegs sind. Heute waren nur wenige Leute auf der Bahn, und keiner dabei, der aussah als könne er Haile oder mir Konkurrenz machen. Zwei Soles und 78 Centavos sind übrigens der Gegenwert von einem US-Dollar. Da weiß man ungefähr wie viel ich Eintritt bezahlen muss.
Nachdem ich die Erkundigung hinter mir hatte, lief ich weiter. Musste aber nach ein paar Kilometern umkehren, da auf der Straße wo ich sonst immer herlaufe gerade gearbeitet wird. Auf dem Weg Richtung Haus kam mir dann Juan Carlos entgegen, ein Spanier, der in Lima als Physiotherapeut arbeitet. Mit ihm bin ich dann noch gute 40 Minuten weitergelaufen, obwohl der Weg nach Haus ganz woanders lag. So war ich am Ende gut 1:50 Stunde unterwegs. Ob man das noch als Regenrationslauf bezeichnen kann? Im Prinzip nicht, habe mich aber trotzdem durch mein relativ langsames Lauftempo gut erholen können.
viele Grüße aus dem heute wieder grauen Lima, Gerd
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