Der Lima-Marathon, meine Ex-Chefin, mein Ex-Job und ich
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Na, erinnert Ihr Euch eigentlich noch, dass ich mal Nationaltrainer gewesen bin? Vielleicht erinnert Ihr Euch noch an Daisy Zereceda, meine Ex-Chefin vom Sportbund, die mich im letzten Jahr angeheuert hat, und mich dann zu Beginn 2010 ohne Angabe von Gründen nach Hause geschickt hat. Angeblich gab’s ja kein Budget für das Marathonprogramm 2010, ja, das war der Grund. Also eine dubiose Geschichte, und nicht die feine englische Art. Doch Rauswurf ist Rauswurf, und wie sagen die Bundesligatrainer doch so schön: Man ist kein richtiger Trainer, wenn man nicht wenigstens einmal entlassen wurde!
Vielleicht kommt Euch der Name Daisy Zereceda ja neuerdings bekannt vor. Ja richtig, auf leichtathletik.de stand heute ein Artikel über sie und ihren Mann. Ihr Mann, das ist nämlich Andreas Müller, der Veranstalter des Adidas Lima Marathon. Von ihm also bekam ich eine Mail. Ich hatte ihm zuvor erzählt, dass nun endlich mein Bericht über den Lima Marathon in der Spiridon erschienen sei (Ausgabe September). Außerdem erwähnte ich, dass der Halbmarathon hervorragend organisiert gewesen sei. Man könne ja über den Präsidenten von Peru Runners sagen was man möchte, aber er wüsste wie man Rennen organisiert.
Daraufhin hat er geantwortet, dass eine von ihm ausgebildete Frau von besagtem Präsidenten buchstäblich abgeworben wurde, sie diese Rennen organisiere, und der Präsident einfach nur seinen Namen davor stellen würde. So sähe es dann aus, als würde er die Rennen organisieren. Nun ja, das kann ich nicht bestätigen, da ich das Orga-Team nicht kenne. Doch dann schob er noch hinterher, dass die Läufer vom Marathonprogramm des Sportbundes (dessen Chefin Daisy ist, siehe oben) allesamt hervorragende Zeiten gelaufen seien.
Ich empfand das ein bisschen als Spitze gegen mich und bin überzeugt, dass seine Frau hinter ihm stand und ihm das eingeflüstert hat. Meine Antwort darauf war, dass ich eigentlich über das Thema nicht sprechen wollte, aber da er das schon angeschnitten habe, wolle ich mich dazu auch äußern…
Ich habe ihm geantwortet, dass ich zum Thema Sportbund und den Läufern eigentlich nichts mehr sagen wollte. Da er es aber doch ansprach, wollte ich mich mal kurz äußern. Das habe ich Andreas geschrieben:
“Ich habe gerade eben noch Jhon Cusi gratuliert zu seiner neuen PB. Drei Läufer insgesamt unter 64 Minuten. Nein, das ist nicht schlecht. Ich habe aus sicherer Quelle erfahren, dass die Läufer schon 10 Tage lang in Lima waren um sich an die Meereshöhe zu akklimatisieren. Ich finde das toll, dass das jetzt so klappt. Ich kam mir nämlich im vergangenen Jahr bustäblich wie Don Quijote vor der gegen Windmühlen gekämpft hat. Der Koreaner, (Glückwunsch an ihn, wie hat er das gemacht?) bekommt nämlich genau das, was ich die ganze Zeit eingefordert habe, auch wenn es etwas unterschiedlich war. Wie oft habe ich gesagt, wir müssen die Athleten wenn sie aus der Höhe kommen an den Meeresspiegel gewöhnen??? Nun, sein Vorteil ist natürlich, dass er offensichtlich die Leute in Huancayo selbst betreut. Bei mir war das natürlich aufgrund meiner Familie nicht möglich. Jetzt stelle ich mal die verwegene These auf, es wäre möglich gewesen. Dann glaube ich immer noch nicht, dass mir die “Trainer” in Huancayo ihre Läufer so ganz uneigennützig zur Verfügung gestellt hätten. Was war das für ein Geschrei im vergangenen Jahr als verschiedene Läufer zu mir kamen, und wollten mit mir trainieren. Buh, der will mir nur meinen Athleten wegnehmen. Daraus sehe ich jetzt, dass Daisy und ich völlig aneinander vorbei gearbeitet haben. Denn auf der einen Seite war ich geholt worden, um das alles zu koordinieren und auf der anderen Seite kamen aber die Athleten und fragten nach Trainingsplänen, die ich dann abseits meiner eigentlichen Arbeit laut Daisy umsonst hätte schreiben sollen und es letzten Endes auch getan habe. Ich habe nie auch nur einen einzigen Cent gesehen. Das Lustige war, dass, als sie alle ihre Trainingspläne hatten, keiner mit mir trainieren wollte. Von einigen, die mir sagten, sie hätten keinen Trainer wie Raul Pacheco, habe ich hinterher erfahren, dass sie doch einen Trainer haben oder hatten.
Da muss ich sagen ist mir Daisy gewaltig in den Rücken gefallen. Denn laut Comercio Aussage hat sie genau das als Begründung angeführt, mich zu entlassen. Was sie ja lustigerweise bis heute nicht getan hat. Sie hat es ja nie für nötig befunden, mir irgendetwas zu sagen. Was ich für ziemlichen schlechten Stil halte. Ich glaube sowohl du als auch sie hat/hast mich kennengelernt, dass man mit mir ein offenes Wort hätte sprechen können. Doch Schwamm drüber, der Fall ist ja längst gegessen.
Zurück zum Training. Natürlich ist es gut, dass der Koreaner die ganze Meute in Huancayo trainiert. Dennoch bin ich weiter der Überzeugung, dass die Leistungen noch besser sein könnten, wenn nach einem längeren Aufenthalt in der Höhe (alle zwei bis drei Monate) ein wenigstens zweiwöchiges Trainingslager auf Meereshöhe absolviert werden würde. Thema ist einfach, dass ich in der Höhe einfach nicht mit der Intensität und Schnelligkeit wie auf Meereshöhe trainieren kann. Wenn ich aber diese höheren Geschwindigkeiten nicht im Training übe, wie soll ich diese dann im Wettkampf umsetzen??? Mit einer 63er Zeit auf Meereshöhe bist du noch immer mehr als einen Kilometer weg von der Weltspitze. Man sollte sich nicht bei Erfolgen in Boulder und Bogota in die eigene Tasche lügen. Merga, der Äthiopier, gewinnt in Bogota mit 62 Minuten und irgendwas, auf 2600 Meter Höhe, mit mehr als zwei Minuten Vorsprung. Der Junge hat auf Meereshöhe eine 59er Zeit stehen. Das kann der aber nur, weil er sich im Winter in Äthiopien in der Höhe die Basis holt, und dann im Frühjahr und Sommer in den USA oder Europa lebt, trainiert und startet. Ganze kenianische Volksstämme leben in Europa und holen z.B die ersten 10 Plätze bei irgendwelchen Kirmesrennen in Deutschland. Ich sehe das doch in den Ergebnislisten fast jedes Wochenende. Die sind gerade mal zwei oder drei Monate im Jahr in der Höhe, den Rest tingeln die durch Europa und trainieren auf Meereshöhe. Der Schlüssel zur Weltklasse ist in der Höhe leben, auf Meereshöhe trainieren.
Soweit also meine Mail an Andreas. Mal sehen, ob noch was kommt?
tja, zum Thema IPD und den Läufern wollte ich eigentlich nichts sagen. Da du es aber ansprichst werde ich mich mal kurz äußern. Ich habe gerade eben noch Jhon Cusi gratuliert zu seiner neuen PB. Drei Läufer insgesamt unter 64 Minuten. Nein, das ist nicht schlecht. Ich habe aus sicherer Quelle erfahren, dass die Läufer schon 10 Tage lang in Lima waren um sich an die Meereshöhe zu akklimatisieren. Ich finde das toll, dass das jetzt so klappt. Ich kam mir nämlich im vergangenen Jahr bustäblich wie Don Quijote vor der gegen Windmühlen gekämpft hat. Der Koreaner, (Glückwunsch an ihn, wie hat er das gemacht?) bekommt nämlich genau das, was ich die ganze Zeit eingefordert habe, auch wenn es etwas unterschiedlich war. Wie oft habe ich gesagt, wir müssen die Athleten wenn sie aus der Höhe kommen an den Meeresspiegel gewöhnen??? Nun, sein Vorteil ist natürlich, dass er offensichtlich die Leute in Huancayo selbst betreut. Bei mir war das natürlich aufgrund meiner Familie nicht möglich. Jetzt stelle ich mal die verwegene These auf, es wäre möglich gewesen. Dann glaube ich immer noch nicht, dass mir die “Trainer” in Huancayo ihre Läufer so ganz uneigennützig zur Verfügung gestellt hätten. Was war das für ein Geschrei im vergangenen Jahr als verschiedene Läufer zu mir kamen, und wollten mit mir trainieren. Buh, der will mir nur meinen Athleten wegnehmen. Daraus sehe ich jetzt, dass Daisy und ich völlig aneinander vorbei gearbeitet haben. Denn auf der einen Seite war ich geholt worden, um das alles zu koordinieren und auf der anderen Seite kamen aber die Athleten und fragten nach Trainingsplänen, die ich dann abseits meiner eigentlichen Arbeit laut Daisy umsonst hätte schreiben sollen und es letzten Endes auch getan habe. Ich habe nie auch nur einen einzigen Cent gesehen. Das Lustige war, dass, als sie alle ihre Trainingspläne hatten, keiner mit mir trainieren wollte. Von einigen, die mir sagten, sie hätten keinen Trainer wie Raul Pacheco, habe ich hinterher erfahren, dass sie doch einen “Trainer haben oder hatten.
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