Sonntagstraining und Laufen in neuen Schuhen

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Ich befinde mich in den letzten Zügen meiner Vorbereitung auf mein erstes Rennen seit Anfang: dem Lima Halbmarathon. Laut Veranstalter schon die 101. Ausgabe des Rennens, damit natürlich auch ältestes Rennen Südamerikas. Dieses Jahr dient der Lauf auch gleichzeitig als Südamerikameisterschaft. Die Profis starten vorneweg, und das wohl ziemlich große Fußvolk hinterher. Ich rechne so etwa mit 6000 bis 7000 Startern. Vielleicht sogar noch mehr.
Am Sonntagvormittaghabe ich mein Training mal wieder bei uns im Park abgehalten. Schön nah von zu Haus, kaum 100 Meter weg. Da meine Frau erst nachmittags zurückkam, wollte ich mich wegen der Kinder nicht zu weit vom Haus entfernen. Auf dem Programm stand wie angedacht 4×2000 Meter im Renntempo für den Halbmarathon (4:10 min/km) mit 1:30 Minute Trabpause. Es scheint aber, dass ich in den vergangenen Wochen einen guten Schritt nach vorne gemacht habe. Denn auch schon wie vergangenen Donnerstag erschien mir das Programm trotz um 30 Sekunden gekürzter Erholungszeit ziemlich leicht. 8:10, 8:09, und 8:08 Minuten standen nach 3×2000 Metern auf meiner Uhr. Den vierten Durchgang musste ich nach 1200 Metern und circa 4:50 Minuten abbrechen, da mir mehrere Fußgänger in die Quere kamen (gerade in der Kurve) und ich musste abbremsen.
Heute hatte ich mein letztes härteres Training vor dem Rennen am Sonntag. Ich lief 4×1200 Meter im Schwellentempo, zur Zeit 4:07 Minuten/km, mit zwei Minuten Joggingpause plus 4×200 Meter Tempo-Wiederholung mit 200 Meter Joggingpause.
Dazu zog ich mir auch meine neuen Schuhe an, in denen ich am Sonntag auch das Rennen bestreiten will. Meine Frau hat sie mir am Sonntagnachmittag mitgebracht. Modell Saucony Kinvara. Als ich die Teile aus dem Karton nahm, fiel mir erst einmal auf wie leicht und flexibel die Schuhe waren. Beim ersten Anprobieren merkte ich, dass die Schuhe zwar eng aber nicht unangenehm am Fuß liegen. Man fühlt sich wie von einem Handschuh umschlossen. Die Besonderheit an diesem Schuh ist aber weder die Leichtigkeit noch die Flexibilität, sondern die Tatsache, dass der Schuh ein Minimalist ist. Das ist ja auf dem Schuhmarkt, der “letzte Schrei”, und immer mehr Marken setzen darauf. Angefangen beim Nike Free bis hin zu den ultraverrückten Vibram Fivefingers, überspitzt gesagt eine Art Gummihandschuhe für Füße, ist das Laufen mit sehr leichten Schuhen, die vor allem Vorfuß- und Mittelfußaufsetzen propagieren, in den USA schon zum richtigen Renner geworden. Neue Firmen sind in den letzten Jahren in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gelangt, wie zum Beispiel Newton. In deren Schuhen hätten es Fersenaufsetzer sehr schwer. Beim Kinvara ist der Fersenbereich gerade einmal vier Millimeter höher als der Vorfußbereich. Dadurch ist der Fuß automatisch näher am Boden, und kommt mir persönlich, da ich schon lange im Vor- und Mittelfußbereich aufsetze, sehr entgegen.
Ich bin also erst einmal ganz vorsichtig ein paar Minuten um den Park gejoggt, dann meine Aufwärm-, Technik- und Koordinationseinheiten absolviert. Anschließend noch einige Lockerungsübungen und aktives Dehnen. Nach knapp 35 Minuten konnte ich mich aber nicht mehr zurückhalten. Was bringen die Schuhe? Schon nach 1000 Metern wusste ich, das ist das Licht im Tunnel. Einfach genial das Gefühl. Ich hielt mich zurück, nein, ich trabte nicht, aber ich hatte nie das Gefühl mich irgendwie richtig anzustrengen, und trotzdem war ich schnell, zu schnell. Ich sollte oder wollte ja 4×1200 Meter in 4:56 Minuten zurücklegen. Doch die vier Einheiten gingen in 4:50, 4:48, 4:48 und 4:50 ganz leicht und locker über die Bühne. Gerade am Ende hatte ich das Gefühl, als würde ich nur noch locker auslaufen.
Nach ein paar Minuten Joggen standen dann 4×200 Meter Tempowiederholungen in 42 Sekunden auf dem Programm. Auch da fühlte ich mich, wie bei der Red Bull Werbung. Ich bin gleich vier Sekunden zu schnell gewesen, und hätte nie das Gefühl als wäre zu schnell gelaufen.
Mein erstes Fazit mit den neuen Kinvaras: Der Schuh verleitet zum schnellen Laufen, selbst wenn man es nicht will. Wenn man nicht aufpasst, purzeln ganz schnell die Persönlichen Rekorde. Wie es um die Haltbarkeit der Schuhe aussieht, weiß ich natürlich noch nicht. Aus den USA habe ich gehört, dass man diese Renner wohl besser nur zu schnelleren Einheiten und oder Rennen aus dem Karton holt. Doch Saucony hat die Kinvaras als Lightweighttrainer eingestuft. Bei Größe 9 haben die ein Gewicht von 225 Gramm! Ich habe 10 1/2 und diese wiegen ???, leider ist die Haushaltswaage ausgefallen. Doch ich bin überzeugt, dass der Schuh auch in meiner Größe keine 300 Gramm wiegt. Ich schätze mal etwa 270 Gramm.

viele Grüße, Gerd

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