(Anzeige)
Was läuft bei Euch? Oder läuft’s noch immer nicht, ich meine freie Wege, die nicht zum Schlittschuhlaufen einladen? Ist vielleicht schon eine neue Eiszeit angebrochen? Der Golfstrom sogar unterbrochen, wie in irgendeinem Katastrophenfilm, und noch hat es keiner gemerkt? Na ja, ich bekomme hier von allem wenig mit, außer ich schaue mir Bilder im Internet an. In Lima ist weiterhin Sonne angesagt, mit ab und zu einem Tag Pause. Gestern war so ein grauer Tag, trotzdem waren es noch immer 26, 27 Grad. Heute knallt dafür die Sonne wieder. Doch Humboldtstrom sei Dank, wird es nie tropisch heiß hier.
Was ist passiert seit meiner letzten (verzweifelten) Nachricht? Eigentlich wenig. Hmm, ein Grillabend, ein langer, und mich auf dem Zahnfleisch kriechen lassender Lauf bei zu großer Hitze. Dabei wollte ich schon ganz früh aufstehen, um das zu vermeiden. Doch irgendwie hat das nicht geklappt, denn als ich um 7:30 Uhr aus dem Haus rausging brannte der Planet schon mit voller Wucht. Irgend jemand hatte die Heizung hochgedreht. Zwar habe ich mich durchgekämpft, aber es war wie immer sehr hart. Vor allem die Süllberg ähnlichen, dafür aber doppelt so lange Steigungen, machen einem die Oberschenkelmuskeln zu Mus. Doch beim dritten Berganstieg hatte ich auch das gute Gefühl, einen der vielen Radfahrer zu versägen. Auf dem weniger steilen Teil hängte er mich noch ab, doch als es den Weg zum Tourmalet, äh, habe ich mich doch jetzt glatt verirrt, also beim steilsten Teilstück konnte er meinem Turboantritt dann nicht mehr folgen. Erst als es wieder flacher wurde, kam er dann wieder an mir vorbei. Das muss ich schon sagen, wenn man jeden Sonntag solch einen Anstieg drei Mal hochläuft, dann gibt das schon ganz schön Kraft nach einigen Wochen.
Am Dienstag habe ich mich dann auch wieder an ein paar Tempoläufen versucht, doch wie vergangene Woche wurden die durch teilweise heftigen Wind beeinträchtigt. Die ersten 4,5 Kilometer habe ich noch einigermaßen bewältigt, obwohl mir da der Wind schon ganz heftig um die Ohren blies. In 19:23 Minuten habe ich mich durchgekämpft. Nach fünf Minuten aktiver Pause trat ich den Rückweg an, und schon nach einem knappen Kilometer ging gar nichts mehr. Meine Oberschenkel brannten, die Lungenflügel brannten. Ich musste stehenbleiben. Den Rest des Rückweges habe ich es dann mit eitwas Fahrtspiel versucht. Das klappte besser. Dabei habe ich dann auch eine ziemlich lustige Episode erlebt.
Hier in Lima gibt es eine ganze Menge “fliegender Eismänner” oder “-Frauen”. Das heißt, die sind mit einem Fahrrad unterwegs, wo ein Behälter auf zwei Rädern vorgespannt ist, in dem die verschiedenen Eissorten untergebracht sind. Die bekanntesten Firmen sind Donofrio und Lamborgini. Offensichtlich die Namen von irgendwelchen italienischen Einwanderern. Die Eismänner haben auch so eine kleine Tröte dabei, mit denen sie sich ankündigen. Gerade im Sommer kommt es teilweise einer kleinen Invasion gleich, praktisch an jeder Straßenecke steht so ein Eismann. Oft genug auch mehrere gleichzeitig.
Wie ich also so daher laufe, setzt sich ein roter Eiswagen von Lamborgini in Gang, die von Donofrio sind gelb. Als ich ihn überhole gibt der Gas, und versucht mich zu überholen. Ich dachte was ist denn mit dem los. So schnell habe ich noch nie einen Eismann fahren sehen. Ich lief noch schneller, und der hinter mir. Ich lief auf dem Bürgersteig, und als ich mehrere Spaziergänger überholte, trötete der wie wild von hinten, damit er auch unbehelligt weiterfahren konnte. Als es dann (endlich) leicht bergauf ging, blieb er dann zurück. Puh, ich musste erst einmal wieder zu Atem kommen. Haha, der könnte mein Intervalltrainer werden, und mir gleichzeitig ein Eis verkaufen. Na ja, wenigstens habe ich das Rennen mit dem Eismann gewonnen.
Gestern war dann Regeneration angesagt, ganz locker. Dabei habe ich dann auch gut 20 Minuten Koordinationsübungen gemacht, von Hopserlauf bis Skipping alles dabei. Dazwischen immer wieder kurze Sprints. Tja, und dann trat ich auf einen im Gras verborgen liegenden Stein. Umgeknickt. Gott sei Dank war es nicht sehr schlimm, und ich konnte nach ein paar Minuten weitermachen. Dennoch, selbst beim lockeren Laufen, schmerzte es noch leicht. So habe ich dann das Training abgebrochen. Nur 5 Kilometer für gestern. Nach einer guten Portion Eis auf dem Fuß dürfte mir das aber heute keine Probleme mehr bereiten.
viele Grüße aus dem Sommer,
Gerd
(Anzeige)











Oh Mann, 26 Grad. Das ist mehr als 30 Grad wärmer als hier! Immerhin habe ich gestern bei Schnee, Eis und Frost mal zehn Kilometer inklusive ein paar Intervallen zusammengekriegt. Dieser Winter hier willo nicht mehr enden. Aber das mit dem Golfstrom ist mir auch schon in den Sinn gekommen. Also wird es NIE MEHR WÄRMER! Da bekommt ein Wettrennen mit dem Eismann eine andere Bedeutung…
Gruß Bernd