Gestern morgen bekam ich einen Anruf von meiner holländischen Freundin Maro, der Physiotherapeutin. Sie kennt Gott und die Welt, und natürlich jeden Läufer. Sie erzählte mir, sie kenne einen jungen Burschen, der im vergangenen Jahr praktisch ohne Training eine 1:21 beim Halbmarathon von Nike gelaufen sei. Er habe nie einen Trainer gehabt, und wolle erst einmal das Laufen erlernen. Ob ich Lust habe ihn kennen zu lernen? Ja, ich hatte. Wir haben uns gestern nachmittag getroffen, haben über seine Ambitionen und Möglichkeiten gesprochen. Wir haben uns dann für heute verabredet, dass wir zusammen laufen und ich mir seinen Laufstil mal ansehe. Er kommt gerade von einer Verletzung zurück, 9BZJ6JFGJZU6und hat 12 Wochen bis zum 10 km Rennen von Adidas, an dem er teilnehmen soll, weil er von denen gesponsert wird. Hmm, es wird Zeit, dass ich auch einen Sponsor finde! Hauptsächlich ist der Junge ein Triathlet, und erzählte mir, er sei ein hervorragender Schwimmer und sehr guter Radfahrer, aber beim Laufen hapere es. Na ja, so schlimm kann es auch nicht sein. Nach vier Monaten Training und ein paar Wettkämpfen wurde er schon in die Peruanische Nationalmannschaft berufen. Haha, ich gehe davon aus, dass denen noch ein Mann fehlte. Nein, was weiß ich, wie dort die Kriterien sind.
Während des Gesprächs haben wir uns darauf geeinigt, dass ich ihn trainiere. Ich bekomme dafür eine Handvoll Dollar, und bin daraufhin auf die Idee gekommen meine Dienste öffentlich anzubieten.
Ich werde einen Zettel an verschiedenen Stellen aushängen, und mich als Personal Trainer anpreisen. Mal sehen, was dabei rauskommt. Wenn mich der Sportbund nicht mehr will, vielleicht kann ich dann halt einfach ein paar Amateure trainieren. Das wird sicherlich lustig. Das war schon eine tolle Sache, als ich vergangenes Jahr drei Monate lang jeden Sonntagmorgen zur Vorbereitung auf den ersten Adidas Marathon als Laufguru in den Straßen rund ums Verteidigungsministerium, auch Pentagonito genannt, den Anfängern das Laufen beigebracht habe, und auch den Fortgeschrittenen so manchen Tipp geben konnte. Bin mal gespannt, wie sich das Projekt “Vom National- zum Personal-Trainer” entwickelt.
Meine eigene Lauferei ist gestern nicht von einem Rückschlag verschont geblieben. Doch das soll ja bei den besten Läufern vorkommen. Ich wollte gestern Intervalle laufen, und hatte schon nach einer Runde so bleierne Beine, dass ich das Training praktisch abgebrochen habe. Nur ein paar Koordinationsübungen und ein paar Sprints, und ich bin einfach wieder nach Hause getrabt. Haha, und die Waage ist mein Zeuge. Gestern unverschämterweise wieder zugenommen.
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