Frohe Weihnachten!

24. Dezember 2011

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Allen Lesern meines Laufblogs wünsche ich ein Frohes Weihnachtsfest. Ich wünsche euch, dass alle eure Wünsche in Erfüllung gehen. Vor allem wünsche ich euch aber beste Gesundheit! Denn ohne Gesundheit könnten wir unseren wunderschönen Sport nicht betreiben. Heute morgen bin ich eine gute Stunde gelaufen. So langsam habe ich meine Hüftbeschwerden hinter mir gelassen. Denn nach meinem New York Marathon konnte ich mehrere Wochen überhaupt nicht laufen, Doch in der abgelaufenen Woche gab es deutliche Fortschritte. Heute bin ich auch mal wieder recht schnell gelaufen, zwar war ich am Ende ziemlich müde, aber es hat sich gut angefühlt. In den kommenden Tagen werde ich (endlich) wieder ein paar neue Sachen in meinen Blog einfügen.

Feiert schön! Nach den Feiertagen ist noch genug Zeit, um den Braten wieder wegzutrainieren!

viele Grüße aus dem sonnigen Quito,

Gerd

 

 

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Keine Angst vor schlechtem Wetter!

21. November 2011

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Wer demnächst mal zweifeln sollte ob er bei Regen doch lieber drinnen bleibt, und vielleicht das Training sausen läßt, der darf sich gerne einmal mal dieses Video anschauen.

http://www.youtube.com/watch?v=ZUMqOEDhLkU

viele Grüße, Gerd

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Wintertrainingsplan 2011/2012 – Die ersten vier Wochen

20. November 2011

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Wie ich schon am Donnerstag in meinem Beitrag “Wie komme ich durch den Winter? Teil I” angekündigt hatte, zeige ich euch nun meinen Wintertrainingsplan. Den könnt ihr für euch übernehmen, oder ihn euch so “zurecht biegen” wie es euch am besten passt.  Am Freitag in Teil II “Wie komme ich durch den Winter?” habe ich euch verschiedene Dehn- und Kräftigungsübungen vorgestellt, die ihr in euer Programm aufnehmen könnt. Ein weiteres richtig gutes Kräftigungsprogramm könnt ihr euch unter folgendem Link ansehen: http://www.uebungen-online.de/home.html Dieses Programm ist von MaxxF, und kann zuhause durchgeführt werden. Noch besser ist es, wenn ihr einen Partner habt. Ihr könnt unter verschiedenen Programmen auswählen. In der Vergangenheit habe ich immer das Komplettprogramm genommen.  Achtet darauf, dass ihr euch vernünftig aufwärmt, und auch die dazugehörigen Dehnübungen durchführt. Das Kräftigungsprogramm solltet ihr die ersten zwei Wochen je drei Mal durchführen. In den Wochen danach versucht langsam zu steigern, bis ihr tägliches Krafttraining durchführen könnt. An welchen Tagen ihr das Krafttraining durchführt, überlasse ich euch. Hier geht es zum Wintertrainingsplan. Diesen Beitrag weiterlesen »

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Wie komme ich durch den Winter? Teil II

18. November 2011

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Für das, was ich vor habe ist die Frage eigentlich falsch gestellt. Eigentlich müßte die Frage richtigerweise lauten: Wie verbessere ich mich im Winter oder trotz des Winters? Diese Frage versuche ich mal zu beantworten. Im gestrigen 1. Teil bin ich schon auf die Wichtigkeit der Regeneration eingegangen. Selbst die Kenianer machen ein paar Wochen Ferien. Da dürfen wir uns auch eine Pause gönnen. Wie ich schon gestern gesagt habe, beläuft sich meine Pause auf zwei Wochen. Hier möchte ich euch vorstellen, wie ich mir das dann folgende Aufbautraining durch die Wintermonate vorstelle. Was nun folgt ist eine Menge an Info. Doch ihr habt das ganze Wochenende Zeit, um euch das alles anzusehen. Falls ihr irgendwelche Fragen habt, könnt ihr mir gerne schreiben.   Diesen Beitrag weiterlesen »

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Wie komme ich durch den Winter? Teil I

17. November 2011

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Für die meisten Marathonläufer bricht nun die Diaspora an, denn die Zeit der großen Herbstmarathons ist vorbei. Ob Berlin, Chicago, Frankfurt, New York oder Washington, das dicke Herbstkapitel im Buch Marathon 2011 ist abgeschlossen. Hinter verschlossener Tür wird aber jetzt schon wieder an den Plänen für das kommende Frühjahr 2012 herumgedoktert. Laufe ich in Hamburg, oder vielleicht in Paris, oder wie wäre es mit London? Natürlich gibt es auch jede Menge kleine Marathonläufe. Die Auswahl ist riesengroß. Alleine in Deutschland gibt es jedes Jahr mehr als 250 offizielle Marathonläufe. Man könnte also fast jeden Tag einen Marathon laufen. Manche tun das (fast) tatsächlich, doch dabei bleiben fast immer die Tempoeinheiten auf der Strecke. Als reines Dauerlauftraining ist ein Marathon echt zu empfehlen. Wer allerdings darauf aus ist, seinen persönlichen Rekord zu verbessern, der ist natürlich nicht nur auf Dauerlauf scharf. Für diesen Läufer fehlt die Würze. Ohne schnelle Einheiten geht da gar nichts. Diesen Beitrag weiterlesen »

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Slapstick beim New York Marathon und großes Theater auf der 1st Avenue

13. November 2011

Hallo zusammen,
ich bin jetzt seit ein paar Tagen wieder in Quito, und ehrlich gesagt habe ich den Marathon noch nicht verdaut, mental meine ich. Deshalb hat das auch bis heute gedauert, eine Woche nach dem Marathon,  bis das ich etwas schreiben konnte. Ich mußte erst einmal verschiedene Sachen für mich aufarbeiten.
Um es kurz zu fassen: Das ganze Rennen war ein einziges Desaster. Ich bin ja am Sonntagabend, eine Woche vor dem Marathon in New York angekommen, und hatte gehofft die Umstellung würde nicht schwer. Am Montag habe ich dann einfach ausgesetzt, da ich auch noch etwas müde war vom Flug und erst sehr spät oder früh ins Bett kam. Als ich dann am Dienstamorgen mein letztes etwas härteres Training absolvierte, hatte ich das Gefühl, als würde ich fliegen. In den folgenden Tagen legte sich das Gefühl vom Fliegen, aber im Prinzip doch noch immer sehr gut. Laufen praktisch ohne Anstrengung. Leider mußte ich dann am Samstag umziehen, dem Tag vor dem Rennen, da eine laute Party bei meinem Schwager gefeiert wurde. Das war zwar blöde, sehe es aber im Nachhinein nicht als so gravierend an.
Bis zum Start des Rennens verlief eigentlich alles ziemlich normal mit auf den Klo rennen, und sonstigen Aktivitäten in letzter Minute. Dann ging es zur Startaufstellung, dort konnte ich mich sehr weit nach vorne mogeln, und ging nur 40 Sekunden nach dem eigentlichen Startschuss mit “New York, New York” von Frank Sinatra auf die Strecke. Zwei oder drei Minuten vor dem Start habe ich dann ein Energiegel mit etwa Wasser zu mir genommen. Das mache immer kurz vor dem Start, um nachher nicht aufs Klo zu müssen. Ausserdem trinke ich nichts in den letzten zwei Stunden vor dem Start. Tja, geholfen hatte es mir dieses Mal aber nicht. Ich bin inzwischen so 30 Marathons und Ultramarathons gelaufen, und mußte noch nie unterwegs pinkeln. Dieses Mal spürte ich es schon nach ein paar Minuten. Nach gut zwei Kilometern kurz vor dem Ende der Verazzanobrücke, wo keine Zuschauer stehen, habe ich dann für mich persönlich die Brücke eingeweiht. Na ja, habe ich mir gedacht, besser jetzt am Anfang wo man noch nicht so im Rhythmus ist, als nachher mitten im Rennen. Anschliessend ging es dann für eine Weile ganz gut, doch beim passieren der Meilenmarkierungen und beim Schauen auf die Uhr stellte ich fest, dass ich nicht so schnell unterwegs war um die 3 Stunden zu knacken. Ich versuchte dann schneller zu laufen, aber irgendwie hatte ich das Gefühl die Handbremse gezogen zu haben. Ich konnte einfach nicht schneller laufen. Das Lustige war dabei auch, dass ich mich irgendwie total unterfordert gefühlt habe. In dem Moment war das aber natürlich ganz und gar nicht lustig für mich. Zu allem Überfluß bekam ich auch noch Schmerzen im rechten Bein, völlig unerklärlich. Das war teilweise so schlimm, dass ich das Gefühl hatte mein Bein gibt unter mir nach. Ich bin kilometerlang völlig unrund gelaufen. Total verrückt war, dass diese Schmerzen sich nach knapp 30 Kilometer wieder gelegt haben, und ich normal laufen konnte. Doch zu diesem Zeitpunkt nach 10, 15 Kilometern war ich schon so frustirert, dass ich aussteigen wollte. So früh ist mir dieser Gedanke noch nie gekommen. Doch dann habe ich mir Mut zugesprochen und gesagt, vielleicht wird es später ja besser.
Doch es wurde nicht besser, ganz im Gegenteil, denn kurze Zeit später kündigte sich Großes an. Tja, ich habe noch gedacht, ich könnte es irgendwie schaffen durchzulaufen, aber ganz kurz vor der Halbmarathonmarke sah ich mehrere Toilettenhäuschen und habe dann meine unvermeidliche Sitzung abgehalten. Ich schaute auf die Uhr als ich bei der Halbmarathonmarke, die am obersten Teil einer Brücke ist, durchlief. Da stand irgendwas von 1:40 Stunde, minus den 40 Sekunden, bedeuteten für mich lächerliche 1:39:xx, und den schwersten Teil der Strecke hatte ich ja noch vor mir. Dann habe ich mir gesagt, als ich die Brücke runterlief, den Lauf mußt du jetzt irgendwie anständig zu Ende bringen, und zwar unter 3:20 Stunden. So habe ich mich dann immer versucht an anderen zu orientieren, die mich überholten, und bin deren Tempo dann einfach mitgelaufen, und zwar so was von locker, dass ich manchmal dann einfach vorbeigelaufen bin. Würde gerne mal wissen, auf welchem Platz ich zur Halbzeit oder nach 30km lag, denn ich habe jede Menge Leute überholt. Doch nicht weil ich irgendwie schneller gelaufen bin, nein, sondern weil alle anderen um mich herum immer langsamer wurden. Dann hatte ich auch noch einen Unfall, weiß aber nicht mehr wann das passierte. Jedenfalls wollte ich an einer Verpflegungsstelle einen Wasserbecher nehmen, als mich jemand von hinten voll in den Rücken stieß. Ich verlor die Balance, und die Sonnenbrille flog im hohem Bogen durch die Luft. Als diese auf dem Boden aufprallte, löste sich das Gummiteil für den Nasenaufsatz, und sprang dann kreuz und quer über die Straße. Ich griff schnell nach der Brille mit einer Hand, die andere Hand hielt ich nach oben und schrie Vorsicht, während ich gleichzeitig den Nasenaufsatz suchte. Als ich diesen dann endlich sah, stieß ein anderer Läufer dagegen, und ich suchte das Teil erneut. Als ich es dann endlich gefunden hatte, lief ich wieder los und versuchte während des Laufens dieses Teil wieder an der Brille zu befestigen. Das war aber gar nicht so einfach, und hat mich noch einiges an Frustration und Zeit gekostet, da ich zwischendurch nur noch langsam trabte.
Ehrlich, das war Slapstick pur, und ich wundere mich bis jetzt noch, dass mich nicht jemand über den Haufen gelaufen hat. Total verrückt. Dennoch kam ich irgendwie wieder in die Gänge, und bin total locker die Queensboroughbrücke hochgelaufen, und habe dabei jede Menge Leute überholt. Anschließend ging es auf die 1st Avenue, dem großen New Yorker Theater für jeden Läufer. Was da für Unmengen an Leuten stehen ist kaum zu beschreiben, die einen sagenhaften Lärm veranstalten. Da bekommen dann die meisten Leute Gänsehaut und fangen an viel zu früh zu beschleunigen, um dann ein paar Kilometer später jämmerlich einzugehen. Ich war gerade gut auf der 1st Avenue, als mich ein Läufer überholte. Als der so ein paar Meter weg war von mir, packte mich der sportliche Ehrgeiz, ich beschleunigte, und hing mich an ihn ran. Nach ein oder zwei Kilometern bin ich dann einfach an ihm vorbei gelaufen, und habe ihn nicht mehr gesehen. Manchmal hatte ich das Gefühl als bräuchte ich jemanden, der mich zieht, mit dem ich mitlaufen könnte. Doch das war immer nur sporadisch. Im Prinzip hatte ich immer den gleichen Trott drauf. Im Training habe ich manchmal auf den letzten sieben, acht Kilometern ziemlich Gas gegeben, schneller als Marathontempo, und fühlte mich supergut. Doch am vergangenen Sonntag hatte ich nur das Gefühl als könnte ich immer weiter laufen, nur ohne höheres Tempo. Das merkte ich auch als ich auf die 5th Avenue einbog, ich lief und lief und lief. Ich wurde überhaupt nicht müde. Das war fast schon ein surreales Gefühl. Manchmal hatte ich den Gedanken, wenn das doch jetzt ein Ultramarathon wäre, dann….
Doch es war natürlich keiner. Normalerweise hatte ich immer auf der 5th Avenue einen Einbruch, da diese nicht nur eine langgezogene ansteigende Gerade ist, sondern normalerweise auch Gegenwind hat. Dieses Mal hat mir das nichts ausgemacht. Die Steigung gab es für mich nicht, und der Wind hielt sich auch in Grenzen. Überhaupt war das Wetter wie gemacht, um Bestzeiten zu erzielen. Sonne aber nicht warm, blauer Himmel und kaum Wind. Ideales Marathonwetter. Selbst im welligen Central Park hatte ich Null Probleme, und lief als wäre das ein lockerer Lauf zur Mittagsstunde. Die letzten paar Hundert Meter vor dem Ziel habe ich dann nur noch versucht, den ganzen Lauf zu vergessen und mich auf die jubelnden Zuschauer konzentriert. Da habe ich dann tatsächlich noch eine Sekunde meine Durchschnittszeit verloren. Denn als ich beim Halbmarathon durchlief, hatte ich eine Zwischenzeit pro Meile von 7:35 Minuten, und am Ende standen 7:36 Stunden auf dem Papier. Bei km 40 hatte ich auch noch 7:35. Bin also laut Uhr total gleichmäßig durchgelaufen. Meine Endzeit war dann eine unterirdische 3:18:52 Stunden. Damit habe ich aber wenigstens eines geschafft, nämlich die automatische Qualifikation für den nächsten New York Marathon. Ein weiterer Vorteil dieses nicht an die Substanz gehenden Marathons war, dass ich am darauffolgenden Tag und in den nächsten Tagen absolut keinen Muskelkater hatte. Mir war so, als könnte ich gleich noch einmal einen Marathon laufen.
Jetzt habe ich eine Woche Pause gemacht, und werde am Montagmorgen dann einen lockeren Jog beim mir im Park machen, und einfach ein neues Paar Schuhe ausprobieren, die ich mir auf der Marathonmesse gekauft habe. Brooks Pure Project. Mal sehen, wie ich mich darin fühle. Vielleicht laufe ich in einer Woche einen Halbmarathon von Quito aus zum Äquator. Doch im Moment weiß ich noch nicht genau, ob ich das tun soll. Denn irgendwie steht mir nicht der Sinn nach Rennen. Trotzdem wäre es natürlich ein geiles Rennen aufgrund der Tatsache, dass es zum Äquator geht.
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Frauentag beim New York Marathon

3. November 2011

Heute standen die Frauen im Mittelpunkt der Pressekonferenz. An der Spize natuerlich die grosse Favoritin, Mary Keitany. Die 29jaehrige Kenianerin, die im April schon in sehr schnellen 2:19:19 Stunden in London gewonnen hatte, war deshalb auch von den meisten Journalisten umringt. Doch zur grossen Ueberraschung aller entpuppte sich Keitany als Maeuschen, was mich zum Spruch veranlasste “wenn ihr Laufen die Lautstaerke beeinflussen wuerde, dann wuerde sie mit Sicherheit schreien”. Im Prinzip habe ich die ganze Zeit dagesessen und versucht etwas davon zu hoeren, was die zierliche Keitany sagte. Gott sei Dank habe ich ein Aufnahmegeraet, andernfalls waere von der Unterhaltung keine Aufzeichnung entstanden. Mehr Glueck hatte ich dan mit der Boston-Siegerin, Caroline Kilel, eine aufgeweckte Person, die viel und gerne lacht. Das ist schon einmal ein grosser Unterschied zu den meisten weiblichen kenianischen Athleten, die doch oft sehr zurueclhaltend sind.

Waehrend der Interveiws ist auch immer eine Sekretaerin anwesend, die diese Kreuzverhoere aufzeichnet. Ich muss nach Erhalt der Aufzeichnung sagen, ich hatte doppeltes Glueck. denn als ich mit ihr sprach war sie von den anderen Journalisten alleine gelassen worden, und vielleicht hat sie das ja aufgetaut. Denn zur Belustigung moechte ich hier mal kurz einen Auszug des Journalistenkreuzverhoers zum Besten geben.

Frage: Bist du seit Boston ein anderes Rennen gelaufen? Kilel: Ja. Frage:Erzaehl mal, was du von deinem Sieg in Boston gelernt hast? Kilel: Als ich in Boston war. Ich habe mich gefuehlt, hmm, jetzt bin ich bereit fuer New York. Frage: Ich wollte wissen, was du vom Sieg in Boston gelernt hast? Kilel: Von Boston? Oh… Frage: Also, nachdem du in Boston gewonnen hast. Was hast du daraus gelernt? Wie hast du dich veraendert? Kilel: In Boston habe ich gefuehlt, dass ich hier laufen koennte.

Tja, und so gehen die ganzen Aufzeichnungen, ein Missverstaendnis nach dem anderen. Komischerweise als sie mit mir alleine gesprochen hat, verfuegte sie ploetzlich ueber ein, nach den Aufzeichnungen zu urteilen, ausgezeichnetes Englisch. Vielleicht war sie aber auch einfach mit den vielen verschiedenen Fragestellern ueberfordert, und als sie sich auf eine Person konzentrieren konnte, gelang ihr das offensichtlich viel besser.

Auch mit von der Partie waren die beiden Portugiesinnen Jessica Augusto und Ana Dulce Felix sowie die Russinnen Inga Abitova und Galina Bogomolova, die zwar eine tolle 2:20:47 Stunden als Bestzeit vorweisen kann. Doch diese Bestleistung der inzwischen 34jaehrigen Russin stammt aus dem Jahr 2008, als sie den Rom Marathon gewann. Alle vier wollen sich mit dem New York Marathon ganz besonders fuer doe kommende Olympiade empfehlen.

Fuer die amerikanische Presse ein ganz anderes Kaliber war natuerlich die erst 23jaehrige Bizunesh Deba. Denn die gebuertige Aethiopierin lebt seit 2008 in der Bronx. Seit diesem Jahr ist sie auch durch ihren Sieg im San Diego Marathon 2011 in 2:23:31 Stunden die schnellste New Yorker Marathonlaeufierin aller Zeiten. Und das soll nicht das Ende der Fahnenstange sein. “Ich moechte versuchen, Kursrekord zu laufen und das Rennen zu gewinnen.” Wenn ihr es gelaenge den Streckenrekord von Margaret Okayo aus dem Jahre 2003 (2:22:31 Stunden) zu unterbieten, waere ihr wohl auch eine Berufung ihres Heimatlandes fuer die Olympiade sicher. Doch Debe koennte sich auch vorstellen, eines Tages fuer die USA anzutreten. “Ich liebe New York und die USA, und es waere eine Ehre fuer mich einmal fuer die USA zu laufen.” Ihr Mann Worku Beyi hat im Gegensatz zu Deba den Einbuergerungsprozess schon begonnen.

Mein Tip steht fest: 1. Mary Keitany; 2. Caroline Kilel 3. Bizunesh Deba

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Amerikanischer Tag in New York

2. November 2011

Heute gab es den sogenannten amerikanischen Tag in New York. Will heissen, alle amerikanischen Laeufer wurden in einer lockeren Tischrunde vorgestellt. Tja, und die Namen werden den meisten gar nichts sagen, denn alle Olympiahoffnungen nehmen natuerlich an der Marathon-Qualifikation teil, die im Januar in Houston stattfindet.

Sio habe ich nur mit den interessantesten Leutern zusammengesetzt. An erster Stelle wohl das verrueckte Experiment der mehrfachen 5000 Meter US-Meisterin Lauren Fleshman, die also “ploetzlich” die Idee hatte mal einen Marathon zu laufen. Nun, ich persoenlich halte das eher fuer einen Werbegag. So nach dem Motto: Wenn jetzt schon keine guten amerikanischen Laeufer starten, dann wenigstens ein erfrischendes Gesicht praesentieren. Und das ist den Machern hier vor Ort auch gelungen. Denn Fleshman ist mitteilsam und extrem auskunftsfreudig. Schon seit Wochen ist ihr taeglicher Blogeintrag Thema in diversen amerikanischen Laeuferforen.

Auch hier vor Ort, war Fernsehen und Radio gleich zur Stelle und stellte die lustige Blondine in den Mittelpunkt ihrer Sportuebertragung. Tja, selbst in New York brauchen die Sportsender manchmal eine Extranummer. Zu ihrer Entscheidung nach der WM in Daegu, wo Fleshman den siebten Platz im 5000 Meter Lauf belegte, der besten Platzierung einer US-Laeuferin ueberhaupt aufg dieser Distanz, habe sie kurze Zeit spaeter in London gewonnen, und praktisch aus der Euphorie heraus entschieden, nun den Marathon zu laufen. Doch der Realistaetsverlust haelt sich in Grenzen, da sie eine Zeit von 2:35 Stunden fuer eine ueberaus gelungenes Debut halten wuerde. Das genaue Gegenteil von Fleshman ist die 37jaerhige Jenn Rhines, die sich nach drei Olympiateilnahmen ueber 5000m, 10000m und Marathon nach jahrelanger ASbstinenz noch einmal dem Marathon zugewandt hat. Sie sagte, sie fuehle sich deutlich staerker als in der Vergangenheit, und wollte sich deshalb noch einmal an einem Marathon versuchen, und erwaehnte Zeiten von 2:26 oder 2:27 Stunden als im Bereich des Moeglichen. Auf meine Frage, ob das nicht auch der Abwesenheit der anderen Laeufer geschuldet sei, und warum sie sich aufgrund der verbesserten Staerke nicht auch aud die Quali konzentriert habe, meinte sie, natuerlich ist es schoen fuer einen Sportler im Rampenlicht zu stehen, aber das habe ihre Entscheidung nicht beeinflusst . Nun ja, vielleicht die angebotenen Dollars schon. Darueber hinaus sei weiterhin ihr Ziel sich entweder fuer die 5000 oder die 10000 Meter zu qualifizieren.

Bei den Maenner standen zwei 27 Minuten 10000 Meter Laeufer als Debuetanten im Mittelpunkty. Der 30jaehirge Ed Moran, der seine Karriere ganz pessimistisch kurz vor dem Ende sieht, und eine Bestzeit von 27>43 Minuten vorweisen kann. Und dazu der 26jaehrige Bobby Curtis, der im Sommer die WM-Qualif nur um einen Platz verpasste. Dafuer aber dieses Jahr in Stanford mit 27:24 Minuten eine neue persoenliche Bestzeit erzielte. Waehrend es fuer Moran eigentlicvh nur darum geht zu sehen, ob er vielleicht als Marathonlaeufer taugt, und sich dann vielleicht  dem Berufsleben zuwnedet, geht Curtis mit einer ganz anderen Einstellung ins Rennen. “Wenn alles gut laeuft, waere eine Zeit vion unter 2:10 Stunden ein optimaler Einstieg in eine Karriere als Marathonlaeufer.” Der Junge traeumt als davon, Ryan Hall als amerikanischer Vorlaeufer abzulosen. Zum Traum von Sub 2:10 Stunden kommt sogar noch ein anderer dazu. “Vielleicht brechen die Kenianer auf dem huegeligen Kurs ja etwas ein, und ich schaffe es unter die Top 5.” Wow, hohe oder hehre Ziele! Ausserdem glaenzte Curtis auch noch mit dem Gestaendis an Halloween im “naughty Nurse” Kostuem unterwegs gewesen zu sein. Im weissen Minioutfit und High Heels!

Meine persoenlichen Ziele sind natuerlich etwas niedriger. Doch es waere schoen, wenn ich nach Jahren noch einmal die 3 Stunden Marke brechen koennte. Gestern hatte ich das letzte etwas heftigere Training, und ich kam mir vor als wuerde ich fliegen. Tja, ich hoffe diese Form bis Sonntag konservieren zu koennen. Dann ist mir nicht bange. Werde spaeter noch versuchen, ein paar Fotos ins Netz su stellen.

viele Gruesse aus New York, Gerd

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Die letzten Neuigkeiten vom New York Marathon

2. November 2011

Schon liegen die ersten Pressekonferenzen hinter mir. Gestern ging es langsam los. Nur eine Athletin, Kim Smith aus Neuseeland, war anwesend. Kim hat allerdings nur einen kurzen Anfahrtsweg, denn sie wohnt und trainiert in Rhode Island. Dort hat sie auch studiert, und ist inzwischen, bis auf den neusellaendischen Akzent, mehr Amerikanerin als Kiwi. Leider ist die 29jaehrige nicht gerade ein mitteilsamer Mensch, und das ist noch diplomatisch ausgedrueckt. Denn im Prinzip antwortet sie auf die meisten Fragen mit Ja oder Neun. Hier mal ein kleiner Auszu aus einem Runden Tisch Interview mit ein paar anderen Journalisten. Kim Smith hat in der Vergangenheit eine Welktklasse Resultate im Halbmarathon abbgegliefert. Ihr Erfolge im Marathon sind dagegen duenn gesaet. Nun wird sie allerdings bei den Olmypischen Spielen in London im Marathon starten.

Dahingehend wurde ihr dann folgende Frage gestellt: Wuerdest du dir wuenschen der Halbmarathon waere olympisch? Smith: Ja. Frage: Kannst du dich noch an dein Debuet in New York 2008 erinnern? Smith: Ja, da war ich erkaeltet.  Frage: Wenn du irgendwo ein Rennen laeufst. Schaust du dir dann den Kurs vorher an, damit du weisst wo die Schwierigkeiten liegen? Smith: Normalerweise mache ich das nicht. New York kenne ich sowieso, da laufe ich zum dritten Mal.

Tja, so lief das eine zaehe, halbe Stunde, noch unterbrochen von einem kurzen Fernsehinterview, und es zeigt es ist nicht immer einfach mit anderen Menschen zu sprechen. Ich schaetze Kim Smith fuehlt sich am freiesten wenn sie unterwegs ist und laeuft. Alleine mit sich und der Welt.

Am gestrigen Nachmittag bin ich dann kreuz und quer durch Manhattan gewandert, bevor ich dann gegen 19 Uhr die Tochter des amerikanischen Lauftrainers und Buchautors, Jack Daniels, traf. Wir hatten uns in der Lobby ihres Studentenwohnheims verabredet. Als ich dort ankam, sassen dort mehrere Leute, unter anderem ein aeltere, weisshaariger Mann. Als ich naeherkam, drehte sich der weisshaarige Mann zu mir, und ich dachte mich trifft der Schlag. Da sass doch tatsaechlich Jack Daniels neben seiner Tochter. Was fuer eine Ueberraschung, und zwar sowohl fuer mich als auch seine Tochter!

“Als ich heute morgen aufwachte, dachte ich mir, ich flieg mal nach New York. Ich habe ja nicht oft die Chance nach Quito zu kommen. Deshalb war jetzt der beste Moment”‘, erzaehlte Jack. Sarah beschwerte sich: “Er hat noch nicht einmal mir etwas erzaehlt.”  Das Wildeste an der Geschichte aber war die Tatsache, dass Jacks zwei Stunden langer Flug zurueck am naechsten Morgen um 6 Uhr morgens ging. “Ich werde dann wohl am Flughafen uebernachten muessen. Egal, das ist es mir wert.”

So gingen wir ganz in der Naehe zu einem Italiener, und assen richtig lecker. Natuerliches Thema war selbstverstaendlich: Laufen. Jack erzaehlte, dass er gerade seine Autobiographie fertiggestellt hat, wo er mich um ein Vorwort gebten hat. Was fuer eine Ehre! Ausserdem hat ihn sein Verlag dazu verdonnert, bis Februar ein neues Exemplar von Jack Daniels Running Formula rauszubringen. Ein neues Thema kann ich schon verraten. Jack hat ein System entwickelt fuer die Alterslaeufer, um deren Leistungen mit seinen VDot Tabellen in Einklang zu bringen. Darueber hinaus haben wir uns ueber Training in der Hoehe unterhalten, und seine Auswirkungen. Als schon zwei Stunden vergangen waren, fiel uns ein, dass auch noch Sarah neben uns sass. Daraufhin lenkte ich das Thema auf ihr Studium, und sie meinte sie mache gute Fortschritte. Am 9. November, leider, denn das ist der Tag wo ich wiedfer zurueck nach Quito fliege, singt sie mit in einer Produktion von Haydns Schoepfung. Doch sie meinte, sie werde wohl keine Opernsaengerin werden, da ihr das grosse Volumen dafuer fehle. Ihr Traum waere es, am Broadway in einem Musical zu singen. Dann bin ich gespannt, wann ich eine Vorstellung mit ihr am Broadway sehen kann!

Ich war dann leider erst nach Mitternacht zurueck. Das ist natuerlich keine gute Marathonvorbereitung, aber mir war es das wert, auch wenn ich vielleicht dadurch eine Minute langsamer sein werde.

 

 

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Trainingsplan für den New York Marathon- 24. Trainingswoche

28. Oktober 2011

Am Sonntag fliege ich nach New York/Grete Waitz in die Hall of Fame

Heute noch ein lockerer Jog mit intensivem Technik- und Koordinationstraining, und am morgigen Samstag ein 5km Tempolauf. Das sind meine beiden letzten Trainingseinheiten vor meinem Flug nach New York am Sonntagmorgen. Da ich erst kurz vor 22 Uhr ankomme werde, ist der Sonntaglauf also gestrichen. Doch das macht nichts. In der jetzigen Phase ist ein trainingsfreier Tag eher förderlich als umgekehrt. Am vergangenen Mittwoch habe ich ebenfalls einen 5km Tempolauf absolviert, und obwohl ich das Tempo, speziell auf dem letzten Kilometer, eher kontrolliert habe, blieb die Uhr nach 21:10 Minuten stehen. Aufgrund der Höhendifferenz und dem folglichen Abzug von 15 Sekunden pro Kilometer ergibt das 19:55 Minuten auf Meereshöhe. Noch vor zwei Wochen bei meinem letzten 5km Tempolauf brauchte ich 21:33 Minuten, und hatte leichte Probleme auf dem letzten Kilometer. Da mußte ich kämpfen, um das Tempo überhaupt zu halten.

Meine Form verbessert sich ständig, und ich glaube wenn alles nach Plan verläuft, könnte ich sogar die 3 Stunden Marke in New York angreifen. Doch ich will die Trauben nicht zu hoch hängen, vor allem wenn ich bedenke, dass ich mit der Startnummer 11009 aus dem letzten Startblock der ersten Welle starten muß.

Dennoch bin ich optimistisch, denn mein Kampfgewicht hat sagenhafte (für mich) 62kg erreicht. Bei meiner Größe von 1,79 Meter  ist das also ein BMI von 19. Meine Frau hat schon gesagt, ich sei viel zu dünn. Das ist immer ein gutes Zeichen, wenn sie anfängt sich zu beschweren. Dann weiß ich, ich bin in einer guten Form. So leicht war ich noch nie für ein Rennen, und hoffe ich kann daraus Kapital schlagen.

Die vergangenen Monate harten Trainings waren nicht immer einfach, und an alle die mit mir den Plan durchgezogen haben, kann ich nur gratulieren. Was vor allem für mich ein Vorteil ist, und ich glaube das hatte ich fast noch nie: Ich konnte das komplette Programm verletzungsfrei und total ohne Wehwechen durchziehen. Null Trainingspausen. “Schuld” daran ist meiner Meinung nach das intensive 4wöchige Hügeltraining, das ich gleich im Anschluß nach der aeroben Phase begonnen habe. Die langsamen Läufe den Berg hoch, die kurzen Sprints den Berg hoch, die verschiedenen Sprünge den Berg hoch und zu guter Letzt das Treppenlaufen bis mir die Zunge am Halse raushing.

Den nächsten Blogeintrag gibt es sicherlich schon aus New York.  Am Montag ist noch ein bißchen Leerlauf, bevor es dann am Dienstag rundgeht. Erst einmal muß ich mir meine Akkreditierung abholen. Anschließend gibt es dann die erste Pressekonferenz mit unter anderem Jack Waitz, der Ehemann der verstorben Grete Waitz, die, wie heute bekannt wurde, zusammen mit dem ebenfalls verstorbenen  ehemaligen Renndirektor Fred Lebow, als erste Mitglieder in die neu eingerichtete Hall of Fame aufgenommen wurden. Am Abend treffe ich mich dann noch mit Sarah, der Tochter des berühmten amerikanischen Trainers und Buchautors “Daniels Running Formula”, Jack Daniels. Sie studiert in New York an der Musikhochschule. Sie hat ein außergewöhnliches Gesangstalent, und vielleicht steht sie irgendwann mal auf der Opernbühne oder singt am Boradway. Natürlich werde ich sie auch befragen, ob sie mit so einem berühmten Langlauftrainer als Vater, das Laufen im Blut hat.

So, und nun zum Countdown/Trainingsplan für die letzte Woche vor dem New York Marathon. Diesen Beitrag weiterlesen »

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